Passivhaus

Vier Glühbirnen heizen das Wohnzimmer
Komfortabel und Umwelt schonend Wohnen im Passivhaus.

Passivhäuser sind ursprünglich aus dem Gedanken heraus entstanden, den CO2-Ausstoß aus privaten Hausheizungen möglichst drastisch zu reduzieren und so die Umwelt zu schonen. Was viele nicht wissen: Passivhäuser bieten auch ein besonders angenehmes Wohnklima, und dank staatlicher Förderungen sind sie auch für Normalverdiener erschwinglich.

Selbst in strengen Wintern würden in einem Passivhaus vier 75 Watt-Glühbirnen ausreichen, um einen Raum mit 35 Quadratmetern Wohnfläche zu beheizen. Das ist so, weil ein Passivhaus Energieverluste weitestgehend vermeidet und Energiegewinne sehr gut nutzt.

Was sich Passivhaus nennen will, darf höchstens 15 kWh/m2a an Heizwärme benötigen. Eine vierköpfige Familie braucht zum Heizen ihres Einfamilienhauses etwa eineinhalb Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei 150 Quadratmetern würde man also ganze 225 Liter Öl verbrauchen – wenn das Passivhaus eine Ölheizung hätte.

Damit es nicht mehr braucht, sind bei der Planung bereits einige Grundsätze zu beachten wie z.B. Orientierung der Fensterflächen nach Süden, Kompakte Gebäudeform, keine Beschattung.

Energieverluste werden stark reduziert. Das, heißt in erster Linie: Die gesamte Haushülle luftdicht machen und so gut dämmen, dass über Wände, Dächer und Fenster möglichst wenig Wärme verloren geht. Mit Häusern in Holzfertigbauweise wie sie zum Beispiel von Zimmereien, die in der Vereinigung „Zimmer-MeisterHaus“ (www.zmh.com) organisiert sind, lässt sich dies sehr gut umsetzen. Hier kann gesamte Wandstärke mit Dämmung ausgefüllt werden. Die gute Dämmung gewährleistet auch, dass das Haus im Sommer angenehm kühl bleibt. Holz hat außerdem den Vorteil, dass es als nachwachsender, regional verfügbarer Baustoff mit hervorragender Energiebilanz und als CO2-Speicher sehr gut mit dem Grundgedanken des Passivhausbaus harmoniert.

Die Fenster bestehen beim Passivhaus aus gedämmten Rahmen mit Drei-scheiben-Wärmeschutzglas. Eine Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für dauerhaft frische Luft und minimiert gleichzeitig die Energieverluste, denn sie entzieht der verbrauchten Luft bis zu 80 Prozent ihrer Restwärme.

Der wichtigste Energielieferant ist die Sonne. Sie heizt das Haus im Winter gratis und ohne CO2-Ausstoß über große Fensterflächen. Die Sonne wird außerdem mit Solaranlagen angezapft, die das Brauchwasser erwärmen.

Die Investition in ein Passivhaus macht unabhängig von künftigen Energiepreisentwicklungen und garantiert zukünftig einen hohen Werterhalt. Passivhäuser sind jedoch nicht nur nüchterne Energiesparer, sondern vor allem Inseln der Behaglichkeit.